Der letzte Dreck

25. April 2013 00:42 | Autor: Werner Reichel

Die Chancen und Möglichkeiten im Europa unserer Tage sind äußerst ungleich verteilt. Das beginnt bereits bei der Geburt. Wer zwei einheimische Eltern und einen Penis hat, der hat von Anfang an denkbar schlechte Karten. Schließlich zählen zu den potentiellen Vorfahren eines solchen Kindes Kreuzritter, Mitglieder der Waffen-SS, Kolonialbeamte in Schwarzafrika oder – und das ist wahrscheinlich die schlimmste aller linken Erbsünden  – geniale Erfinder oder kapitalistische Unternehmer zu Zeiten der industriellen Revolution. Und dafür muss der Bub jetzt büßen.

Als „Stupid White Man“ stigmatisiert, hat er im politisch-korrekten Feuchtbiotop Europas nur noch wenig zu lachen. Ein Auslaufmodell. Seinen Platz wollen nun all jene, freilich ohne entsprechende Leistung, einnehmen, die es sich in der modernen Gesellschaftsordnung als vermeintliche Opfer, Verfolgte, Benachteiligte und Diskriminierte bequem eingerichtet haben.

Seine ersten Jahre muss der autochthone Bub deshalb in gegenderten Kindergärten und Volksschulen fristen, die ganz auf die Bedürfnisse von Mädchen zugeschnitten sind. Von Kindesbeinen an werden ihm der Hass auf das eigene Volk (Achtung geächtetes Wort!) und seine Heimat an- und die positiven männlichen Eigenschaften – wie etwa Leistungsbereitschaft oder Mut – abtrainiert. Das sind alles Tugenden, die für ein Leben als künftiges Opfer und/oder unkritischer rot-grün Wähler hinderlich sind. Sollte er trotz all dieser Maßnahmen noch ein für Buben typisches Verhalten an den Tag legen, wird dies, sofern er über keinen orientalischen Kultur- und Migrantenbonus verfügt, vom linken pädagogischen Personal geahndet und sanktioniert. Aber wie heißt es so schön, in der Schule lernt man fürs Leben.

Dank der ständig neuen Gesetze, Verordnungen, Quoten- und Antidiskriminierungsregeln, die sich Feministinnen, Grüne, Multikulti-Apologeten und andere gute Menschen von Jahr zu Jahr ausdenken, müssen sich Max, Daniel oder Kevin gleich doppelt anstrengen, um einen guten Job oder Ausbildungsplatz zu ergattern. Denn diese Quoten helfen immer den in unserer Gesellschaft mittlerweile zahllosen Minderheiten und Benachteiligten. Ja wer bei uns benachteiligt ist, ist klar im Vorteil. All das bedeutet nichts anderes als die systematische Diskriminierung von autochthonen (heterosexuellen) Männern.

Wenn es Max, Daniel oder Kevin beruflich zu nichts bringen, dann sind sie immer und ausschließlich selbst daran schuld: Modernisierungsverlierer, Proleten, Versager oder White Trash höhnen dann gerne die Gutmenschen in der Designerbar oder dem Studentenlokal ums Eck. Bei den Geschlechtsgenossen mit richtigem Migrationshintergrund ist es genau umgekehrt, sollten sie dank fehlender Ausbildung Dauergäste beim AMS sein; dann ist immer und ausschließlich die böse (neokapitalistische) Gesellschaft schuld – wiederum verkörpert durch den wirtschaftlich erfolgreichen autochthonen weißen Mann. Komplexe Weltbilder sehen anders aus.

Keine Gnade für weiße Männer
Und weil alle von den Linken akzeptierten Minderheiten und Verfolgten quasi unter Artenschutz stehen, dürfen sie auch keinesfalls kritisiert werden – zumindest nicht, von, richtig geraten, europäischen heterosexuellen Männern. Diejenigen, die es trotzdem tun, haben entweder eine Phobie (Homo-, Islamo-, etc.), sind also geisteskrank, oder sie werden, dank diverser gummiartiger Verhetzungsparagraphen, zunehmend verfolgt und kriminalisiert. Und da außer nichtlinken autochthonen Männern quasi alle Menschen mindestens einer benachteiligten Minderheit angehören, darf nur noch dieser klägliche Rest von Männern (der gemäß politisch-korrekter Logik niemals eine Minderheit sein kann) kritisiert, karikiert und verspottet werden.

Und davon wird reichlich Gebrauch gemacht. In Literatur, Kunst, Film und Fernsehen und auf Kleinkunstbühnen ist der nichtlinke autochthone Mann, der von den angepassten und staatsgläubigen Gutmenschen gerne als Spießer bezeichnet wird, permanentes Ziel von Spott, Hohn und Kritik. In den zahllosen Fernseh-Krimis ist er fast ausschließlich der Täter, wer sonst? Oder kann sich jemand an eine Tatort-Folge erinnern, in der der Mord von einer lesbischen Grünwählerin, einem anarchistischen Hausbesetzer oder einem Zuwanderer aus dem Nahen Osten begangen worden ist? Eben.

Und sollten sich Max, Daniel oder Kevin nicht nur im TV sondern auch in der Realität etwas zuschulden kommen lassen, dann kennen die Gerichte keine Gnade. Dass etwa ein Ernst Strasser wegen Bestechlichkeit für vier Jahre oder ein 55-jähriger Dachdecker für einen Jagdunfall mit tödlichem Ausgang für 14 Monate in den Knast müssen, während jugendliche orientalische Migranten, die aus purem Hass andere Menschen zu Tode oder ins Koma prügeln, zumeist mit lächerlichen Bewährungsstrafen belohnt werden, sind unmissverständliche Signale der Justiz an die Gesellschaft. „Bestrafe einen, erziehe hundert!“ wusste schon das ideologische Vorbild vieler Gutmenschen, der Massenmörder Mao Tse-Tung.

Aber der ehemalige ÖVP-Minister und der blutrünstige Bambikiller gehören schließlich nicht zur großen linken Wir-Gruppe, sondern zu den verhassten Feindbildern und Sündenböcken der politisch-korrekten Gesinnungsterroristen. Unter diesen Vorzeichen und dank der in solchen Fällen üblichen medialen Vorverurteilung (siehe auch KHG) haben Angeklagte vor Gericht denkbar schlechte Karten.

Und sollte ein autochthoner Mann nicht Täter sondern Opfer sein (die laut Kriminalstatistik wesentlich häufigere Variante), also wenn etwa ein Daniel von einer Gruppe Türken aus purem Hass zu Tode getreten wird, so wie unlängst in Weyhe bei Bremen, dann ist das den Mainstream-Journalisten, den linken Politikern und den Gerichten vollkommen egal, bestenfalls ein bisschen peinlich. Pech gehabt, einer weniger.

Das Einzige, was die ansonsten politisch-korrekten Dauerempörten am Fall Daniel S. wirklich aufgeregt hat, war, dass er es überhaupt in die Medien geschafft hatte. Aber in der Regel ist ihre Schweigemauer ohnehin undurchlässig. Das Totprügeln von jungen autochthonen Männern funktioniert dank der Schützenhilfe der opportunistischen Schreibtischtäter in den Redaktionen gemeinhin ohne mediale Störgeräusche, ganz still und heimlich. Der Autor Akif Pirincci spricht vom „schleichenden Genozid an einer bestimmten Gruppe von jungen Männern“.

Im Zweifel Nazi
Ja, für diese Männer gibt es kein Mitleid, wenig Zukunft und viel Hass, Ignoranz und Verachtung. Dass an diesen pathologischen Zustand unserer Gesellschaft primär autochthone Männer (aus dem neosozialistischen und dem links-katholischen Milieu) verantwortlich sind, ist dabei kein Widerspruch. Verrat, Dummheit, Machtgier, Feigheit und Opportunismus sind schließlich keine neuen Phänomene.

Wäre Daniel S. Linksextremist, Türke oder Transvestit gewesen, dann hätten er und seine Angehörigen viel Mitleid und Anteilnahme von Politik und Medien bekommen. Der 25-jährige war aber eben nur ein „Stupid White Man“. Und wer braucht die in der schönen neuen bunten Multi-Kulti Welt eigentlich noch?

So ist es gerade noch eine Straftat, die für die Täter allerdings keine ernsthaften Konsequenzen nach sich zieht. Die meisten aus der Prügelbande werden – wenn überhaupt – eine Bewährungsstrafe ausfassen; und der Haupttäter wird mit der ganzen Milde des Gesetzes belohnt. Was passiert wäre, wenn eine Gruppe von Deutschen einen Türken zu Tode geprügelt hätte, kann sich jeder, der noch nicht durch die neosozialistische Dauer-Propaganda verblödet ist, lebhaft ausmalen. Die Mainstreampresse hätte endlich neues dringend benötigtes Futter für ihr Propagandamärchen vom durch und durch bösen rassistischen westlichen Mann.

Aus dem brutalen Mord an Daniel S. konnte die Linke aber kein politisches Kapital schlagen. Obwohl sie es redlich versucht hat; so hatte etwa der biedere Bürgermeister aus Weyhe gleich nach dem Tod von Daniel einen runden Tisch gegen rechts eingerichtet. Das war aber dann selbst für die meisten Mainstream-Medien zu plump. Auch beim Anschlag in Boston hatte die Linke in Europa so sehr auf einen weißen „rechten“ Attentäter gehofft. Aber, so wie fast immer, vergeblich.

Aber immerhin war Daniel S., wie der Bürgermeister von Weyhe großzügig feststellte, kein „Nazi“. Warum das der SPD-Mann öffentlich betont hat? Nun, weil es für ihn und seine Genossen sonst offenbar vollkommen verständlich gewesen wäre, den 25-Jährigen zu Tode zu treten, eine gute Tat sozusagen. Wie schnell sich doch die Zeiten und Meinungen ändern.

Für autochthone Männer, die nicht mit der politisch-korrekten Meute heulen, gibt es eben kein Pardon mehr. Wenn ein solches Subjekt vom Pfad der Lemminge abkommt, also aufhört, ein überzeugter Linker oder rückgratloser Opportunist zu sein, und sich nicht mehr den linken Dogmen und Verhaltensregeln unterwirft, wird er von den politisch-korrekten Inquisitoren zum Nazi gestempelt. Dazu brauchen die neuen Tugendwächter nicht einmal mehr Streckbank oder Daumenschrauben.

Der Beschuldigte muss allerdings damals wie heute seinem Irrglauben abschwören. Andernfalls wird der Neo-Ketzer ins soziale Abseits gedrängt, seine berufliche Existenz wird vernichtet. Keine Gnade für Abweichler. Die Scheiterhaufen brennen zwar schon, noch allerdings nur in den Köpfen der Gutmenschen.

Der Begriff Nazi hat in den vergangenen Jahren einen dramatischen Bedeutungswandel erfahren und mit der ursprünglichen Bezeichnung nur noch wenig zu tun. Nazis sind nunmehr alle jene, die politisch rechts von Michael Spindelegger oder Angela Merkel stehen und die die Freiheit dem Sozialismus vorziehen. Und die Rechtsextremen werden immer mehr, denn das politische Koordinatensystem wird von der Gutmenschen-Kamarilla von Jahr zu Jahr weiter nach links verschoben. Was vor zehn Jahren noch gesellschaftlich akzeptiert und normal war, ist heute bereits rechtsextrem und verpönt.

Beschimpfung erwünscht
Mittlerweise reicht eine falsche Bemerkung, ein politisch nicht korrektes Wort oder der regelmäßige Verzehr von Wiener Schnitzeln (nicht vergessen: Donnerstag ist Veggie-Day), um unter Naziverdacht zu geraten. Und wie es der SPD-Bürgermeister aus Weyhe bereits angedeutet hat – wer als Nazi gilt, der wird zum Menschen zweiter Klasse degradiert und seiner grundlegenden Rechte beraubt. Denn die Inquisitoren der Politischen Korrektheit, die Journalisten, Linkspolitiker, Geisteswissenschaftler und ihre Mitläufer haben keinerlei Hemmungen, diese Menschen als Abschaum, Dreck, Pest etc. zu bezeichnen und damit zu entmenschlichen. „Du wirst weiter bei den Menschen wohnen, aber deine Rechte auf menschlichen Umgang verlieren.“ So hat Alexis de Tocqueville diese Politik gegen Andersdenkende bereits 1835 analysiert und beschrieben: Die Weichen sind jedenfalls gestellt.

Vor kurzem haben etwa die Vereinten Nationen die Bundesrepublik Deutschland scharf kritisiert, weil Thilo Sarrazin für seine Aussagen noch nicht strafrechtlich verfolgt worden ist. Applaus hat die UNO dafür – wenig überraschend – von den Grünen, der Linkspartei, Teilen der SPD und vom Türkischen Bund bekommen, lauter lupenreine Demokraten. Ja, wenn sich ein Autochthoner erdreistet, fundierte Kritik an den Hohepriestern der Multikulti-Ideologie zu üben, dann wird mit schweren Geschützen aufgefahren.

Weil bei Sarrazin die mediale Hinrichtung und die soziale Ausgrenzung aufgrund seines Alters, seiner Popularität und seiner Pensionsansprüche wenig gefruchtet haben, versucht man ihn jetzt zu kriminalisieren. In den Knast mit dem dreckigen Verräter. Die dauerempörten linken Moralisten hatten folgerichtig auch keine Probleme, als die deutsch-türkische Journalistin und etwas übereifrige politisch-korrekte Streberin Mely Kiyak in der Frankfurter Rundschau Sarrazin im Stürmer-Stil als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ beschimpfte.

Es gibt Auswege
Mit der richtigen Herkunft, dem richtigen Geschlecht, der richtigen sexuellen Neigung oder der richtigen politischen Meinung darf (und soll) man auch zutiefst menschenverachtende Dinge absondern, solange es nur den Feind trifft. Und der Feind sind nun mal die „Stupid White Men“. Auch hier hat die Journaille klare Signale gesetzt und einmal mehr die Marschrichtung vorgegeben.

Doch  für Sarrazin und all die anderen europäischen Männer gibt es Hoffnung und Erlösung. Man kann sich von der Schande des weißen Mannes reinwaschen. Man muss sich nur einer der unzähligen Minderheiten anschließen; also schwul werden, besoffen mit Hund und Irokesenschnitt Passanten um Geld anschnorren, sich den Penis in eine Vagina umoperieren  lassen, zum Islam konvertieren, Feminist oder kiffender Althippie werden oder Nächtens in Pelztierfarmen einbrechen. Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt.

Dazu die richtige Kleidung (mit Che Guevara Massenmörder-T-Shirts liegt man niemals falsch), die richtige Ernährung (bitte nichts essen, was Augen hat), die richtige Freizeitbeschäftigung (Sportschützen und Jäger sind absolutes No-Go) und der richtige Medien- und Kulturkonsum (Hast du gestern Stermann & Grissemann im ORF gesehen? Ja, superlustig…). Fertig ist das konformistische Leben, das von den politisch-korrekten Machthabern gewollt und immer unverhohlener eingefordert wird. Und wer sich ganz brav daran hält, der darf sich als Belohnung der moralischen Elite zurechnen. Ist aber auch gar nicht so schwer. Außer wenn man etwas Hirn und ein Rückgrat hat.

Doch die Gutmenschen haben nur einen Pyrrhussieg errungen. Denn wenn der Mohr (Achtung! politisch unkorrekter Begriff) seine Schuldigkeit getan hat, dann kann er bekanntlich gehen. Und die Revolution frisst ihre Kinder zuerst. Wenn der europäische Frühling anbricht, wird das Erwachen aus dem linken Ökö-Gender-Multikulti-Traum für all die selbstgerechten guten MenschInnen jedenfalls alles andere als lustig sein.

Werner Reichel ist Journalist und Autor aus Wien. Vor kurzem ist sein Buch „Die roten Meinungsmacher – SPÖ-Rundfunkpolitik von 1945 bis heute" im Deutschen Wissenschaftsverlag erschienen.

 

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